Tuesday, January 31, 2023
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Debatte über möglichen Stopp von Flügen zwischen Deutschland und China

Die steigenden Corona-Infektionszahlen in China lösen bei manchen in Deutschland Besorgnis aus. Der außenpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Hardt, forderte, alle Flugverbindungen zwischen Deutschland und China auszusetzen. Die Münchner Virologin Protzer mahnte dagegen im Dlf zur Besonnenheit.

Der CDU-Politiker Hardt verwies in einem Interview mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland auf „explodierende Covid-Zahlen“ in China, die die ganze Welt mit einer neuen Infektionswelle bedrohe. Grund sind Befürchtungen, dass stark steigende Infektionszahlen zur Entstehung neuer, potenziell gefährlicher Mutationen führen könnte.”Erst wenn wir sicher sind, dass aus China keine neue, gefährliche Mutation droht, sollten wir die Flugverbindungen wieder aufnehmen“, forderte Hardt. Deutschland dürfen den „Fehler“ von vor drei Jahren nicht wiederholen. Zu Beginn der Sars-Cov2-Pandemie war der Flugverkehr von und nach China zunächst aufrechterhalten worden.

Virologin Protzer: „Ausbreitung von Viren durch Kontaktminderung reduzieren“

Die Münchner Virologin Protzer sprach sich gegen Flugverbote zwischen Deutschland und China aus. Das Virus werde zwar immer ansteckender, aber es führe nicht zu stärkeren Erkrankungen, sagte Protzer im Deutschlandfunk. Selbst die chinesischen Behörden hätten erkannt, dass die Ausbreitung der sehr ansteckenden Omikron-Variante nicht durch einen Lockdown verhindert werden könne. Hierzulande könne man eine Ausbreitung des Covid-Virus vermindern, wenn Kontakte reduziert würden, so die Virologin. Das gelte nicht nur für das Corona-Virus, sondern auch für Influenza- oder RS-Viren. Protzer rechnet nach eigenen Angaben damit, dass die Corona-Zahlen in den Weihnachtsferien sinken werden. Wenn alle wieder zur Schule und zur Arbeit gingen, würden die Zahlen voraussichtlich noch einmal steigen.

In China sind die Infektionszahlen nach dem Ende der Null-Covid-Politik rasant gestiegen. Offizielle Zahlen liegen nicht vor, nach Schätzungen sollen sich aber allein in Schanghai mehr als fünf Millionen Menschen angesteckt haben. Die Weltgesundheitsorganisation äußerte sich am Mittwoch „sehr besorgt“.

China kontrolliert, ob Mutationen entstehen

Auch die chinesischen Gesundheitsbehörden sind sich offenbar der Gefahr bewusst, dass sich neue Coronavirus-Varianten entwickeln könnten. Sie wollten die Entstehung neuer Mutationen verfolgen, zitierten Staatsmedien den Direktor des Virus-Instituts des nationalen Gesundheitsamtes, Xu Wenbo. Alle Provinzen müssten drei Krankenhäuser in jeweils drei Städten auswählen, die jede Woche Proben von 15 Infektionen, 10 schweren Erkrankungen und allen Toten sammelten. Nach der Entschlüsselung und Analyse der Genome soll über die Untersuchungsergebnisse innerhalb einer Woche Bericht erstattet werden. So könnten die gegenwärtigen Omikron-Varianten sowie „mögliche Symptome, Übertragungsfähigkeiten und Pathogenität neuer Varianten“ in Echtzeit beobachtet werden.

Indien testet Flugreisende aus dem Ausland

Chinas Nachbarland Indien testet wegen der hohen Covid-Zahlen aus dem Ausland kommende Flugpassagiere auf Sars-Cov2. Die Tests auf Flughäfen erfolgten stichprobenartig, teilte der indische Gesundheitsminister Mandaviya im Parlament mit. Bislang gebe es aber keine Pläne, Flüge aus Ländern zu stoppen, in denen es neue Coronavirus-Fälle gegeben habe.

Diese Nachricht wurde am 23.12.2022 im Programm Deutschlandfunk gesendet.

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